Hein Driessen, ein Pendler in Sachen Kunst

Hein Driessen, ein Pendler in Sachen Kunst

Ob in Emmerich am Niederrhein oder auf Mallorca [./.], wild wuchernd, so hat er die Natur am liebsten. Beim Anblick von Bäumen, Blumen, Büschen, Wiesen und Feldern, die der ordnenden Menschenhand widerstanden haben, freut sich Hein Driessen: “Wunderbar, hier wächst alles so, wie der liebe Gott es will!“ Im selben Augenblick greift er zum Papier und lässt Rohrfeder, Bleistift oder Aquarellpinsel darüberhuschen oder bannt die Motive mit Ölfarben auf Leinwand. Die beiden Welten, in denen er lebt, spiegeln sich immer wieder in seinen Bildern: Bauernhäuser, Aalfischer und urige Kopfweiden stehen für den Niederrhein, kräftig rote Klatschmohnfelder, knorrige Olivenbäume und hellbunte Blumenwiesen für Mallorca.

Hein Driessen hat sich die Baleareninsel Mallorca zur zweiten Heimat auserkoren. Dort verbringt er genauso viel Zeit, wie in seiner Heimatstadt Emmerich. Ist Hein Driessen nun ein niederrheinischer Mallorquiner oder ein mallorquinischer Niederrheiner? Weder noch. Er hat sein „festes Standbein“ am Niederrhein und sein „zauberhaftes Spielbein“ auf Mallorca. Und das seit nunmehr 38 Jahren. Er ist ein Pendler zwischen den wabernden Herbst-Nebeln der rauen Schönheit seiner Heimatlandschaft und dem bunt-sprühenden mediterranen Leben der Sonnneninsel, wo ihn das Licht des Südens fasziniert.

Hein Driessen Sommerlandschaft

Der Mensch braucht die Idylle und „die Natur ist viel zu schön, um sie nicht abbildhaft wiederzugeben“, ist Driessens Überzeugung und damit hat er seine Richtung gefunden. Hein Driessen findet seine Motive in der Natur und den Menschen, die ihm begegnen.

Der Ausgangspunkt seiner Arbeit ist fast immer die Zeichnung. Rasch und leichthändig schwingt er Linien in die Fläche, strichelt, kreiselt oder tupft hauchdünne Augennotizen als weiche Umrisse oder Licht- und Schattenabstufungen in das werdende Bild. Obwohl die über- und nebeneinander gesetzten Linien lose erscheinen, fügen sie sich doch zu einem einheitlichen Ganzen zusammen. Mit sicherer Hand umreißt der Künstler die Motive oder deutet sie mit wenigen Linien an. Das Spiel von Licht und Schatten entsteht durch den Rhythmus des Zeichnens, durch die Auflösung oder die Verdichtung von Strichbündeln. Meist legt er die Motive mit Bleistift oder Feder an, bevor er sie mit Farbe einkleidet. Hein Driessen reagiert auf die jeweilige Stimmung der zur Darstellung reizenden Landschaftsausschnitte oder Menschen und so entstehen ganz einzigartige Momentaufnahmen.

Hein Driessen  Millinger Meer

Es ist ihm gelungen, eine eigene Formensprache zu entwickeln. Eine klare Sprache, die für viele verständlich ist und sich einem breiten Publikum öffnet. Wunderbar ist es, wenn er ganz alltägliche Situationen einfängt. So unterschiedlich der Niederrhein und die Baleareninsel auch sind, an einem Punkt treffen sich die Bilder von Nord und Süd dennoch wieder: in der klaren, aber innerlich vibrierenden Linie, in der rhythmisch bewegten Zeichnung und den spannungsvollen Farbakkorden, die in den klaren, satten Farben der Düsseldorfer Schule gehalten sind. Die Bilder strahlen Lebensfreude aus, sie zeigen Momente der Stille und des Glücks.

Hein Driessen ist als freischaffender bildender Künstler sehr vielseitig. Feder-, Tusche-, Bleistift-, Kohle- und Rötelzeichnungen gehören ebenso zu seinem Repertoire, wie Aquarelle, Ölgemälde, Bildhauerei, Kunst am Bau, Fotografie und Gebrauchsgrafik.